Georg Herwegh

Georg Herwegh wird 1817 in Stuttgart geboren. Nach Landexamen und Seminar in Maulbronn beginnt er 1835 ein Theologiestudium in Tübingen. Ein Jahr später wird er wegen Beleidigung eines Repetenten vom Stift gewiesen. Während seiner Militärzeit nach einem ähnlichen Vorfall vom Dienst suspendiert, entzieht er sich seiner erneuten Einberufung 1839 durch die Flucht in die Schweiz. Dort erscheinen 1841 die «Gedichte eines Lebendigen». Trotz Verbots werden sie zum großen Erfolg. 1842 kehrt er als gefeierter Dichter nach Deutschland zurück. In Berlin verliebt er sich in Emma Siegmund und verlobt sich mit ihr. Er trifft Karl Marx und Bakunin und wird vom preussischen König empfangen. Die Audienz gerät zur Affäre und er wird aus Preussen ausgewiesen. In der Schweiz erhält er das Bürgerrecht, lässt sich aber 1843 mit seiner Frau Emma in Paris nieder. In den nächsten Jahren interessiert er sich für naturwissenschaftliche Fragen und betreibt meeresbiologische Studien. Als Führer einer Freischärlerlegion beteiligt er sich 1848 zusammen mit seiner Frau am badischen Aufstand. Die Legion wird aufgerieben und die Herweghs flüchten in die Schweiz. Wegen seiner Liebe zu Nathalie Herzen verläßt er 1849 Frau und Kinder. Mit seinen Freunden Franz Liszt und Richard Wagner plant er 1853 ein Oratorium «Christus»; und versöhnt sich wieder mit seiner Frau. 1863 wird er von Lasalle zum Bevollmächtigten des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins in der Schweiz bestimmt und schreibt das «Bundeslied». 1866 verschlechtert sich die finanzielle Lage der Familie dramatisch, und Herwegh flieht vor seinen Gläubigern nach Baden-Baden. Dort stirbt er 1875 an einer Lungenentzündung. Seinem Wunsch entsprechend wird er in Liestal bei Basel «in republikanischer Erde» begraben.

Hier ruht, wie er's gewollt,
in seiner Heimat freien Erde
Georg Herwegh.
Von den Mächtigem verfolgt,
Von den Knechten gehasst,
Von den meisten verkannt,
Von den Seinen geliebt.

Herweghs Grabinschrift.
Von Emma Herwegh, 1875