Archiv Sonderausstellungen



16.5.2009 bis 21.3.2010
«Spurwechsel. Schnecken erzählen globale Geschichten»
2009 finden aus Anlass des 200. Geburtstags von Charles Darwin in ganz Europa naturwissenschaftliche Veranstaltungen statt, in deren Zentrum die Bänderschnecke steht. Das Dichter- und Stadtmuseum Liestal greift das Thema auf und vertieft es, indem es die gesellschaftlichen und kulturellen Auswirkungen der von den Naturwissenschaftern beobachteten Vorgänge einbezieht: Unbemerkt verändert sich unsere Heimat. Sie wird maschinen- und autogerecht umgestaltet. Viele Tier- und Pflanzenarten werden selten oder sterben lokal aus. So verliert Liestal wie die ganze Schweiz immer mehr einheimische Schneckenarten. Gleichzeitig werden als Folge der intensiven Handelsbeziehungen unbeabsichtigt Schneckenarten von einem Kontinent zum andern transportiert.
Die Ausstellung lässt die Vielfalt und Ästhetik der 105 bekannten Liestaler Schneckenarten sinnlich-emotional erfahren. Das vielfältige Begleitprogramm inner- und ausserhalb des Museums richtet sich an alle Alters- und Gesellschaftsschichten, insbesondere auch an Familien und Schulen. Sie sind eingeladen, Ihre eigenen Fühler auszustrecken, genau hinzusehen, zu hören, zu schmecken – und zu staunen.
Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen.
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9.11.2007 bis 20.4.2008
«Von Brodtbeck und Bohny zu Otto+Partner. Architektur aus Liestal seit 1901»
Architekturbüros, die seit über einem Jahrhundert ununterbrochen erfolgreich tätig sind, finden sich nur selten. Eines davon arbeitet in Liestal.
Der Gründer Wilhelm Brodtbeck begann seine selbständige Tätigkeit 1901, später stiess Fritz Bohny dazu, dann übernahm Rolf G. Otto die Firma, die heute unter dem Namen Otto+Partner weiter wirkt.
Es ist erstaunlich, mit wie vielen Wohnhäusern, Schulen, Gasthäusern, Kultur-, Industrie-, Sport- und Verwaltungsbauten dieses Büro zur baulichen Entwicklung beigetragen hat, vor allem in Liestal und in der ganzen Region, aber auch schweizweit.
Die Ausstellung im Dichter- und Stadtmuseum stellt auf einer Zeitachse von 1901 bis 2006 ausgewählte, repräsentative Beispiele vor und ordnet diese in die nationale und internationale architekturhistorische Entwicklung ein. Pläne und Karten zeigen die Fülle der bis heute realisierten Bauten. Die Gegenüberstellung von Gebäuden aus verschiedenen Epochen des Büros veranschaulicht, wie sehr sich im Laufe des 20. Jahrhunderts das Bauen verändert hat. Aufschlussreich ist auch das Thema «Weiterbauen». In Hörtexten sprechen Bewohnerinnen und Nutzer über die spezifische Architektur, in der sie leben oder arbeiten.
Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen.

13.5. bis 19.11.2006
«Alpenliebe.
Augen- und Ohrenreisen ins helvetische Gebirge»
Von Liestal aus einen Blick aufs Jungfraumassiv werfen oder feurig mit Carl Spitteler und Josef Viktor Widmann für Bergbahnprojekte votieren? Die Sonderausstellung «Alpenliebe» im Dichter- und Stadtmuseum Liestal lädt Sie zu literarischen Reisen in die Alpen ein.
Im Zentrum stehen Texte von sieben Schreibenden, die zwischen 1830 und 1930 die Alpen bereisten und ihre Beobachtungen auf Papier festhielten. Die verschiedenen Texte tauchen die Alpen in immer wieder neues Licht, eröffnen den Blick der Stadtmenschen auf die Einheimischen oder lassen einen über die Schönheit der Gletscher staunen. Die Ausstellung holt die Berge mit Hörtexten, Bildern und Objekten ins Unterland, verführt zum Reisen und lädt dazu ein, die eigene Wahrnehmung der Alpenlandschaft zu ergründen und hinterfragen.
Zur Sonderausstellung ist eine Publikation erschienen.
8.12.2005-12.2.2006
«Die Ergolzreihe. Lyrik und Holzschnitt im Druck»
«die schlüssel verlieren beim umblättern» – Lyrik von Hans Häring, Verena Rentsch, Magdalena Vogel, Hans Werthmüller, Dieter Fringeli, Marcel Wunderlin, Michael Mildner, Nino Enderlin, Irène Speiser und Heinrich Wiesner: Die Liestaler Druckerei Heinzelmann + Kunz AG brachte zwischen 1964 und 1996 die Ergolzreihe heraus. Neun der zehn schmalen Gedichtbändchen sind mit mehrfarbigen Originalholzschnitten von Hanns Studer, eines von Ruedi Pfirter illustriert. Verleger Hans Kunz gestaltete die gesamte Reihe. Das Resultat ist Buchkunst, die in den 1970er Jahren zweimal zu den schönsten Schweizer Büchern zählte.
15.4.–3.7.2005
«Liestaler Grenzgänge: Mann und Bann»
Warum schreiten die Liestaler Männer Jahr für Jahr am Montag vor Auffahrt ihren Gemeindebann ab? Seit wann gibt es diese Grenzgänge? Wie wird der Brauch ausgeführt? Was steckt beispielsweise hinter Hut, «Maie» und Stock, dem Obolus auf der Trommel, einem «Tschamauchen», dem «Znünihalt» bis gegen ein Uhr und einem «Muff»? Was läuft alles ab im Grünen, unterwegs und bei Weisswein, Schüblig und Gesang? Warum wird eine Fahne mitgetragen, getrommelt, gepfiffen und geschossen auf dem Umgang der vier Rotten? Was ist mit der fünften Rotte? Wo bleiben die Frauen und Kinder? – Was Sie schon immer über den Liestaler Banntag wissen wollten, erfahren Sie in der Sonderausstellung.
5.3.-13.4.2005
«Rotstäbler, vorwärts marsch!
75 Jahre Liestaler Fasnacht mit der Rotstab-Clique»
Eine Sonderausstellung der Rotstab-Clique in Zusammenarbeit mit dem Dichter- und Stadtmuseum Liestal
Die Rotstab-Clique feiert ihren 75. Geburtstag mit einer Ausstellung zu ihrer Vereinsgeschichte rund um die Liestaler Fasnacht: Bild-, Text- und Tondokumente thematisieren das Trommeln und Pfeifen an «Chienbääse», Fasnacht und Banntag sowie die Vielfalt der «Sujets» mit Kostüm, «Larve», Laterne und «Zeedel». Das anspruchsvolle Rotstab-Cabaret setzt seit 1933 kleinstädtische Begebenheiten in witzige Possen um und legt Liestaler Mass ans Weltgeschehen. Gleich nach der Gründung 1930 profitierte das Vereinsleben vom Rotstab-Nachwuchs, von den Frauen erst viel später.
Die Ausstellung fand im Rahmen des triregionalen Projekts
VERRÜCKTE REGIO EN FOLIE statt.
26.10.-19.12.2004
«‹Was hast ererbt von Eltern dein› –
400 Jahre Strübin-Stiftungen in Liestal»
Eine Sonderausstellung des Dichter- und Stadtmuseums Liestal im Auftrag der Strübin-Stiftungen.
1604 errichtete der kinderlose Liestaler Schultheiss Chrispianus Strübin eine Stiftung, die jungen männlichen Strübins eine Ausbildung ermöglichen sollte. Diese älteste noch existierende Stiftung im Kanton Basel-Landschaft wurde 1879 vom Drechsler Johann Strübin ergänzt und auf Liestaler Bürgerssöhne ausgedehnt; seit einer Generation können auch Töchter Stipendien beantragen.
Die Ausstellung stellt Persönlichkeiten aus der Familie vom 15. bis ins 20. Jahrhundert vor, die sich durch besondere Geschenke und Dienste für die Allgemeinheit auszeichneten: Heinrich mit der Burgunderschale 1477, Chrispianus und Johann mit den Stiftungen, die fast 300-jährige Pfarrherrendynastie in Bubendorf-Ziefen, dann den vielseitig tätigen Munzach-Entdecker Theodor sowie den bedeutenden Volkskundler Eduard Strübin.
Die Familie hat es immer wieder verstanden, der Strübin-Becher-Inschrift gerecht zu werden: «Was hast ererbt von Eltern dein, das behalt, und mers gar wol, und fin».
30.4.-31.7.2004
«L’Arca d’Onsernone – Tal der Zuflucht und Inspiration»
Eine Ausstellung des Museo Onsernonese, Loco
Das Onsernone-Tal ist eng verbunden mit dem Leben international anerkannter Künstler, Künstlerinnen und Intellektueller: Es bietet ihnen die Möglichkeit, sich auf die Natur und sich selbst zurückzuziehen. Im Onsernone schöpfen die kreativ und geistig Schaffenden Kraft und finden Inspiration – aber auch Zuflucht. Viele vom Faschismus Vertriebene verschlägt es dank gesellschaftlicher Beziehungen in das abgelegene, aber gastfreundliche Tal.
5.12.2003-15.2.2004
«Verstöhntder mi?» -
200 Jahre Alemannische Gedichte von J.P. Hebel
Eine Ausstellung des Museums für Literatur am Oberrhein Karlsruhe, des Museums am Burghof Lörrach und des Dichter- und Stadtmuseums Liestal.
Mit Fotos von Rolf Frei, Weil am Rhein, und dem Markttisch «Die Vergänglichkeit» von Bettina Eichin aus dem Basler Münsterkreuzgang.
Hebels «Alemannische Gedichte» sind 1803 erstmals erschienen. Das feiert die Sonderausstellung im Dichter- und Stadtmuseum Liestal, die in Zusammenarbeit mit dem Museum für Literatur am Oberrhein Karlsruhe und dem Museum am Burghof Lörrach entstand. Leben und Werk des Dichters, die Thematik der «Alemannischen Gedichte» und ihre breite Rezeption werden vorgestellt. Bettina Eichins «Vergänglichkeits»-Tisch und Fotos von Rolf Frei schaffen subtile Bezüge zwischen Hebelscher und heutiger Welt – Freis Fotos auch in der Publikation «Verstöhntder mi no?» mit Mundartlyrik von Hebel und anderen.
Zur Sonderausstellung ist eine Publikation erschienen.
22.10.-30.11.2003
«Lire sans frontières – Lesen ohne Grenzen»
Eine Foto-Ausstellung der Kantonsbibliothek Baselland im Dichter- und Stadtmuseum. Die dreissig besten Fotoarbeiten des trinationalen Wettbewerbs werden in Weil am Rhein, Liestal und Sélestat gezeigt.
4.6.-12.10.2003
«bauern begehren auf. baselbieter gedenken 1653ff.»
Vor 350 Jahren forderten die Baselbieter Untertanen von den städtischen Herren bessere Schutz- und Wirtschaftsbedingungen. Dem Aufruhr begegnete die Stadt mit übertriebener Härte. Die Erinnerung an die sieben Hingerichteten lebte immer wieder auf in den Auseinandersetzungen mit der Stadt und wurde sogar in Denkmälern gefasst.
21.2.-27.4.2003,
verlängert bis Mitte Mai
«Vernehmbares Selbstgespräch.
Jörg Shimon Schuldhess: Bilder aus der Liestaler Zeit 1983–1988»
Der in Basel geborene Künstler Schuldhess (1941–1992) ist häufig gereist und hat an vielen Orten der Welt gelebt. Von 1983–88 auch in Liestal. Hier entstandene Bilder thematisieren Leid und Ungerechtigkeit anderswo, in Palästina, Indien, China. Die ausgestellten Werke mit ihren je eigenen Geschichten sind in der Region Liestal geblieben. Sammler und Besitzerinnen stellen ihre Beziehung zu den eigenen Bildern dar.

21.9.2002–26.1.2003
«Ein fabelhaftes Geschenk.
Sechs Generationen lesen Kinderbücher,
1845 bis 2000»
Eine Ausstellung des Dichter- und Stadtmuseums anlässlich des IBBY-Kongresses in Basel.
Was haben Kinder früher gelesen,
was lesen sie heute?
Die Ausstellung präsentiert Vertreterinnen und Vertreter von sechs Generationen seit 1845 und zeigt ihre liebsten Kinderbücher: Carl Spitteler aus Liestal (1845–1924), Ricarda Huch aus Braunschweig (1864–1947), Hilde Elsenhans aus Waldkirch (*1899), Marianne Strübin aus Liestal (*1919), Dominik Wunderlin aus Liestal (*1953)
und Klasse 4c des Liestaler Mühlemattschulhauses (*1992/1993). Eine Vielfalt wunderschön illustrierter, seltener oder billig produzierter und «abgeliebter» Objekte ist mit Leseerinnerungen kommentiert.
Leihgaben aus der Kinderbuchsammlung Elisabeth Schindler-Holzapfel des Museums der Kulturen Basel vertiefen dazwischen die historische Entwicklung des Kinderbuchs, die Illustrationskunst, einzelne Buchgattungen. Den Lokalbezug leisten nicht nur die hauptsächlich in Liestal aufgewachsenen Lesenden, sondern auch Einblicke in das hiesige Kinderbuchschaffen.
Vielfalt und Gemeinsamkeiten der Lektüren
Lesen in der Kindheit war vor 150 Jahren und ist heute noch ein sehr individueller Akt. Doch werden Lektürestoff und Leseweisen auch geteilt, innerhalb einer und zwischen mehreren Generationen. Die Ausstellung zeigt nach wie vor gelesene Klassiker, deren Alter erstaunt. Oder es lassen sich längst verschwundene Bücher neu entdecken. Warum sie wohl in Vergessenheit gerieten?
Lesen ist auch geschlechtsspezifisch. Es gab und gibt typische Mädchen- und Jungenbücher.
Die Ausstellung wirft einen Blick auf deren Wandel und fragt nach Lektüren, die sich über die Geschlechtergrenzen hinwegsetzen.
Bücherwelten teilen
Die Ausstellung soll Kinder und Jugendliche ansprechen. Sie können verfolgen, was Gleichaltrige in anderen Zeiten gelesen haben, Bekanntes in neuen Zusammenhängen sehen und Unbekanntes entdecken. Eine Hörstation und eine Diafolge mit Textauszügen aus Kinderbuchklassikern und Illustrationen aus bekannten Bilderbüchern fordern zum Identifizieren auf. Die Ausstellung regt junge Besucherinnen und Besucher an, sich mit der Breite und der Art ihrer eigenen – und möglicher anderer – Leseerfahrungen und -gewohnheiten auseinander zu setzen. Und nicht nur junge: Die Ausstellung soll auch ältere Menschen ansprechen. Mit historischen, vergessenen oder nach wie vor bekannten Büchern kommt Erinnerungsarbeit in Gang. Sie konfrontieren die Erwachsenen mit Bruchstücken aus ihrer Vergangenheit, stellen Vergleichsbeispiele daneben und ermöglichen einen anderen Blick auf ein Stück persönliche Geschichte. Innerhalb der Familie und zwischen den Generationen wird ein Austausch über Bücher und Lesegewohnheiten angeregt.

4.5.–8.9.2002
«schweiz – total.
Die Eidgenössischen Turnfeste von 1832 bis 2002»
Eine Ausstellung des Schweizer Sportmuseums, Basel, im Kantonsmuseum Baselland und im Dichter- und Stadtmuseum Liestal.
Ein Festzelt im Kantonsmuseum
Wiesen, Turngeräte, Festplätze mit Zelten und Bänken gehören zum Erscheinungsbild der Eidgenössischen Turnfeste. Sie bilden auch die Grundlage für die Ausstellung im Kantonsmuseum Baselland. Ein Rasenteppich, erstaunliche Turngeräte, Festbänke, eindrückliche Fotos, amüsante Filme und überraschende Trophäen lassen die Atmosphäre der Turnfeste aufleben. Neben dem speziellen Umgang mit Festlichkeit, Genuss und Trunkenheit zeigt «schweiz – total» auch die mitunter leidvolle Geschichte des Frauenturnens und beleuchtet so den Wandel des Frauenbildes. Ebenso kommt das nicht immer konfliktfreie Verhältnis der Turnerverbände untereinander zur Sprache. Diese informativen Teile werden durch einzelne denkwürdige Episoden ergänzt; etwa mit jener, als die Turner 1837 in Schaffhausen während des Gemeinschaftsturnens ausgelacht wurden. Oder mit jener, als am Turnfest 1925 in Genf der damalige Bundespräsident Jean-Marie Musy gegen den Sport wetterte.
Der poetische Klang im Dichter- und Stadtmuseum
Künstlerische, poetische und musikalische Aspekte der Eidgenössischen Turnfeste präsentiert das Dichter- und Stadtmuseum Liestal. Diese Ausstellung präsentiert Festkarten, Plakate, Stadtdekorationen, Unterhaltungsprogramme und Festreden. Dabei wird der Weg vom freisinningen, politisch motivierten Turnbetrieb der ersten 150 Jahre zum Breitensport unserer Zeit deutlich. Die offizielle, meist heroische Festgrafik wird durch zahlreiche Karikaturen, die eben diese Grafik verulken und durch humoristische Verse auf eine erfrischende Weise relativiert.
9.6.2001–21.4.2002
«Liestal aus der Vogelschau. Fotografien von Hans Leu»
Die erste Wechselausstellung zeigte Werke des Liestaler Fotografen Hans Leu (1925-2007), der seine Stadt immer wieder aus der Vogelschau fotografiert und dafür den Turm der Stadtkirche und zahlreiche Kräne bestiegen hat.
Die Schwarzweiss- und Farbfotografien fangen das Bleibende und den zum Teil einschneidenden Wandel im Stadtbild ein.